Methode

Mit ungewöhnlichen Dingen arbeiten

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Wer zu mir kommt, rechnet mit Gesprächen. Manchmal liegt dann ein Schachbrett auf dem Tisch, ein Zauberwürfel, gelegentlich steht eine Gitarre in der Ecke. Das irritiert — bis der erste Moment kommt, in dem ein Gegenstand mehr zeigt als eine halbe Stunde Reden.

Ich bin kein Freund von Effekten. Ein Werkzeug, das nur überrascht, hat im Coaching nichts verloren. Aber es gibt Dinge, die etwas können, das Sprache schwer schafft: Sie machen das Unsichtbare sichtbar. Und genau darum geht es in der systemischen Arbeit.

Warum ein Gegenstand klarer spricht

Unsere Themen sind selten linear. Eine Entscheidung, ein Konflikt, eine Rolle — alles hängt mit allem zusammen, und im Kopf ist es gleichzeitig da. Sprache ist dafür ein enges Nadelöhr: Sie zwingt uns, das Verwobene nacheinander zu sagen. Ein Gegenstand nicht. Auf einem Brett, mit ein paar Figuren, steht plötzlich alles zugleich im Raum — nah und fern, zugewandt und abgewandt.

Fachlich heißt das Externalisierung: Wir stellen das Innere nach außen, wo wir es betrachten können, ohne es sofort lösen zu müssen. Es ist dasselbe Prinzip, das dem Systembrett und der Aufstellung zugrunde liegt. Der Gegenstand ist nur die Bühne. Was sich zeigt, ist Ihres.

Vier Bühnen, ein Prinzip

Deshalb tauchen im Journal immer wieder ungewöhnliche Instrumente auf. Jedes hat seine eigene Sprache:

  • Das Schachbrett — ein geordneter Raum für Positionen, Züge und Probehandeln.
  • Der Zauberwürfel — ein Bild dafür, dass sich Systeme nicht mit Kraft, sondern mit Mustern lösen.
  • Die Gitarre — sechs Saiten, die einander stimmen müssen, damit ein Ganzes klingt.
  • Das Motorrad — Balance, Blickführung und die Kunst, dorthin zu kommen, wohin man schaut.

Kein Ersatz, sondern ein Zugang

Nichts davon muss sein. Die meiste Arbeit geschieht im Gespräch, und wo ein Gegenstand nur ablenken würde, bleibt er im Schrank. Aber wenn Worte sich im Kreis drehen, ist ein Ding manchmal der kürzere Weg zur Klarheit. Nicht, weil es zaubert. Sondern weil es Sie einlädt, ein Thema von außen anzusehen — und aus dieser kleinen Distanz den ersten klaren Gedanken seit Langem zu fassen.

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