Methode

Die Gitarre als Aufstellungsinstrument

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Es gibt kein deutscheres Wort für das, worum es in Systemen geht, als „Stimmung“. Es meint zweierlei zugleich: den Klang eines Instruments — und die Atmosphäre zwischen Menschen. Genau an dieser Doppeldeutigkeit setzt die Gitarre an, wenn ich sie im Coaching in die Hand nehme.

Ich spiele seit vielen Jahren. Irgendwann habe ich gemerkt, dass die Gitarre fast alles enthält, worüber ich mit Menschen spreche: Spannung, Zusammenklang, das Ganze, das aus Einzelnem entsteht. Man muss sie nicht virtuos beherrschen, um mit ihr zu denken. Ein paar Saiten genügen.

Sechs Saiten, ein Klang

Eine Gitarre hat sechs Saiten. Jede für sich ist nur ein Ton. Erst im Zusammenspiel entsteht Musik — und ob es klingt, hängt nicht von der lautesten Saite ab, sondern davon, ob alle zueinander stimmen. Das ist ein Team in einem Satz. Ich lasse Menschen manchmal die Saiten benennen: Diese bin ich, diese der Kollege, diese das Ziel. Und dann hören wir hin, wo es klingt und wo es scheppert.

Das Schöne daran: Man kann eine Saite nicht heimlich verstimmen. Verändern Sie eine, verändert sich der ganze Akkord. Wer je versucht hat, ein Instrument zu stimmen, kennt das systemische Grundgesetz körperlich — man dreht an einem Wirbel und muss danach alles neu hören.

Dissonanz ist keine Störung

In der Musik ist Dissonanz nichts Schlechtes. Sie ist Spannung, die nach Auflösung verlangt — und ohne sie wäre jedes Stück langweilig. Menschen erschrecken vor dem Missklang im Team, als sei er ein Fehler. Am Instrument lässt sich erleben, dass Reibung dazugehört. Die Frage ist nicht, wie man sie vermeidet, sondern wohin sie sich auflösen will.

Und dann ist da die Resonanz. Der Korpus einer Gitarre erzeugt keinen Ton — er lässt ihn nur größer werden. Er schwingt mit. Das ist für mich das genaueste Bild guter Begleitung: Ich bringe nichts hinein, das nicht schon da wäre. Ich bin der Raum, in dem es hörbar wird.

Wie das konkret aussieht

Mal legen wir die Gitarre auf den Tisch und nutzen sie wie ein Systembrett: Bünde und Saiten werden zum Feld, auf dem ein Anliegen Gestalt annimmt. Mal spiele ich einen verstimmten Akkord und frage, welche Saite in Ihrem System gerade so klingt. Und manchmal spielen wir gar nichts — es reicht, das Instrument in der Hand zu halten und zu spüren, was „stimmig“ eigentlich heißt.

Nichts davon ist Musiktherapie, und Sie müssen keinen einzigen Ton treffen. Die Gitarre ist hier kein Instrument für die Ohren, sondern für die Wahrnehmung. Sie übersetzt ein abstraktes Wort — Stimmung — zurück in etwas, das man hören und fühlen kann. Und von dort aus ist der Weg zur Klarheit oft kurz.

Der erste Schritt

Wo klingt es bei Ihnen — und wo scheppert es?

Ein unverbindliches Erstgespräch (ca. 30 Minuten) klärt, ob es passt — fachlich und menschlich. Kostenlos, ohne Erwartung.

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